define('DISALLOW_FILE_EDIT', true);
define('DISALLOW_FILE_MODS', true);{"id":289,"date":"2012-02-10T13:03:59","date_gmt":"2012-02-10T11:03:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.timeout.or.at\/index.php\/marokko\/reisebericht\/2012\/reisebericht-marokko-2011\/"},"modified":"2012-02-10T13:03:59","modified_gmt":"2012-02-10T11:03:59","slug":"reisebericht-marokko-2011","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.timeout.or.at\/index.php\/marokko\/reisebericht\/2012\/reisebericht-marokko-2011\/","title":{"rendered":"Reisebericht Marokko 2011"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild123.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild123.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild224.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild224.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild320.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild320.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><\/p>\n<p>Marokko! Bei dem Namen entstehen sogleich Bilder von Sand, Meer, exotische Ger\u00fcche, fremder Kulturen im Kopf. Und dann steigst du aus dem Flugzeug und du merkst davon rein gar nichts. Was du siehst ist eine endlose Schlange, die vor dem Zoll auf die Abfertigung wartet. Irgendwie \u00f6de, aber so ist es halt. Gesteigert wird diese Prozedure nur noch damit, dass du zwar an dem Schalter vorbei bist, aber dann steht ein weiterer Uniformierter und\u00a0 macht nichts anderes als den Pass nochmals zu kontrollieren. Aber das war eigentlich der einzige \u201eVerwaltungsaufwand\u201c in der ganzen Woche. Also raus aus dem Flughafengeb\u00e4ude und rein ins Taxi. Es dauert keine 20 Minuten und wir sind in unserem Hotel. Sehr angenehm, hier neben dem Pool zu sitzen, ein feines Getr\u00e4nk zu schl\u00fcrfen und dir vorzustellen, dass die Leute zu Hause sich an warmen Getr\u00e4nken die Finger w\u00e4rmen.<br \/>\nWir sind einen Tag fr\u00fcher nach Marrakesch angereist, da wir von hier aus den Bus nach Quarzazate nehmen wollen. Also genie\u00dfen wir den Abend mit einem Spaziergang durch die Altstadt und einem Abendessen auf einer Dachterrasse mit herrlichem Blick auf die Hauptattraktion der Stadt der\u00a0 Platz Djemaa el Fna. Beeindruckend, wie hier das Leben pulsiert. Das passt zu den Bildern im Kopf.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen ist die Fahrt mit dem Bus geplant. Dabei geht es 4 Stunden in einem h\u00f6llischen Tempo durch eine wundersch\u00f6ne Landschaft, dem Hohen Atlas. Quarzazate liegt auf 1160m H\u00f6he zwischen dem Hohen Atlas und der Antiatlas Gebirgskette und ist Ausgangspunkt unserer Tour.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild124.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild124.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild225.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild225.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild321.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild321.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><\/p>\n<p>Motoaventures besteht Vorort aus John, dem Boss, Sadam seinen Mechaniker und Maryam, der Leiterin in Quarzazate, die sich um alles k\u00fcmmert.<br \/>\nUnd dann treffen wir John. Ein Herr im reiferen Alter (52) mit bulliger Figur in kurzer Hose und Badeschlapfen. So steht er vor seinem wei\u00dfen Landy und begr\u00fc\u00dft uns alle mit einem kr\u00e4ftigen H\u00e4ndedruck und einem Grinsen auf den Lippen. (Wahrscheinlich stellt er sich schon vor, wie wir morgen herumschleichen werden. Und er sollte recht behalten.) Wir bekommen eine Einschulung dar\u00fcber, wie sich John die n\u00e4chste Woche vorstellt, was wir zu beachten haben und warum es genau aus diesem Grund sch\u00f6n wird. Neben den logischen Regeln, immer genug Wasser mitzuhaben, einander zu helfen und die Geschwindigkeit dem Fahrk\u00f6nnen anzupassen, gibt es doch einen Punkt der neu f\u00fcr uns ist: Du f\u00e4hrst alleine, ohne Guide. Ups, wie das?<br \/>\nEinfach. Jeder erh\u00e4lt ein GPS Ger\u00e4t am Motorrad montiert mit der Tagesroute darauf gespeichert. Und dem kleinen rosa Pfeil folgst du. Und wenn sich der Pfeil von dem Track entfernt, dann f\u00fchrst du den Pfeil zur\u00fcck auf den Track. Klingt einfach, oder. Aus unseren Gesichtsausdr\u00fccken ist dies nicht wirklich erkennbar. Aus dem von John schon. Er grinst schon wieder. Wahrscheinlich schauen alle Tourteilnehmer jede Woche um diese Uhrzeit so. Wir sind es gewohnt, einem Guide nachzufahren. Ist normalerweise so. Hier nicht. Es sollte sich aber als ideal erweisen, da du damit ein Gef\u00fchl der Freiheit entwickeln kannst. Und das Sicherheitsnetz ist John in seinem Landy, der ebenfalls auf diesem Track unterwegs ist. Als letzter versteht sich. Damit kann es kein Problem geben. Denn wenn du ein Problem hast und nicht weiterkommst, brauchst du einfach nur zu warten John kommt sicher. Und so war es auch. Perfekt, das System. Denn nach ca. 1 Stunde vertraust du dem GPS, denn es funktioniert wirklich pr\u00e4chtig. Bereits Abweichungen von 10m neben der Spur sind am GPS erkennbar. Toll.<\/p>\n<p>Angef\u00fchrt von John in seinem Gel\u00e4ndewagen mit unserem sp\u00e4rlichen Gep\u00e4ck am Dach, verlassen wir auf unseren KTM 450 EXC`s Quarzazate. (Jeder bekam eine Tasche von John, in welche er seine Sachen f\u00fcr eine Woche unterbringen musste. Und die wurden eben am Dach mitgef\u00fchrt)<br \/>\nNach ca 20 Minuten biegt John von der Asphaltstra\u00dfe ab und die Tour beginnt. Auf guten Schotterstra\u00dfen geht es durch das Antiatlasgebirge teils in gewundenen Streckenabschnitten, die an Passstra\u00dfen in Europa erinnern. Unsere Meute besteht aus 11 Motorr\u00e4dern deren Reiter aus Schweden, Norwegen, Deutschland und \u00d6sterreich kommen. Anf\u00e4nger sind da keine dabei. Sind aber alles klasse Kerle, wie wir in der Woche feststellen konnten. Mittags gibt es Snacks, Getr\u00e4nke und Schokolade. Reicht. Die Temperatur merkst du jetzt wenn du in der Sonne stehst. B\u00e4ume gibt es in der Gegend nicht. Beim Fahren ist die Temperatur angenehm. Jetzt nicht. Also weiter. Am Nachmittag erreichen wir Agdz und n\u00e4chtigen in einem urigen Hotel. Sehr sauber und warmes Wasser. Was willst du mehr. Abendessen findet auch im Lokal statt. Bezahlt werden von uns nur die Getr\u00e4nke. Heute waren es ca 200 km in 6 Stunden. Also etwa Wien Linz auf Schotterstra\u00dfen. Mal sehen was da morgen kommt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild125.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild125.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild226.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild226.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild322.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild322.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><\/p>\n<p>Frisch ist es. Jetzt suchst du die Sonne. Also wenn es untertags 25-28 \u00b0C sind,\u00a0 so hat es in der Fr\u00fch nicht mehr als 10 C. Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck werden die Wasserflaschen gef\u00fcllt und die heutige Etappe in Angriff genommen. Trotz guter Polsterung des Allerwertesten, ist der Sattel heute merklich h\u00e4rter geworden. Auch das austarieren des Gel\u00e4ndes mit den Oberschenkeln eckt noch ein wenig. Wird schon werden. Durch eine sehr sch\u00f6ne aber steinige Gegend winden sich die ersten 30 km im Draa Valley. Dann fahren wir Richtung Norden und \u00fcberwinden auf etwas schwierigeren Fahrwegen einen Pass im Jebel Saghro Gebirge. Jetzt ist es wirklich Endurofahren. Das Tier unter dir springt und bockt, der Hinterreifen blockiert an manchem Kurveneingang und manchmal ist auch Gl\u00fcck dabei, keinen Stern zu rei\u00dfen. Es ist ein herrlicher Tag und durch die H\u00f6he auch nicht allzu warm. Solange du den Helm aufhast. Wenn du ihn abnimmst musst du achtgeben, dir nicht das Gesicht zu verbrennen. Die Sonne sticht. Zum Gl\u00fcck findet heute das Mittagessen bei einer Berberfamilie statt. Wovon diese Leute in der Pampas leben ist unklar. Nichts als Steine und Berge rundherum. Kein Gr\u00fcn, kein Boden zu bestellen. Nichts. Und John kommt auch nicht jede Woche. Aber das Huhn am Spie\u00df ist k\u00f6stlich. Und die Leute unglaublich freundlich. Das gilt \u00fcbrigens f\u00fcr die gesamte Rundreise. Nach dem Stopp geht es weiter. Spektakul\u00e4re Aussicht gepaart mit anspruchsvoller Wegf\u00fchrung in den Bergen, geht es hinunter ins Tal entlang ausgetrockneter Flussbetten und den daf\u00fcr typischen Steinbrocken. Gen\u00e4chtigt wird heute in einem tollen Hotel\u00a0 (geheizter\u00a0 Whirlpool im Freien!), mit grandioser Aussicht \u00fcber das Dades Tal. Wir genie\u00dfen einen Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch auf der Dachterrasse mit einem kalten Getr\u00e4nk zur Belohnung des heutigen Tages. Am schwierigsten ist es jetzt, die Bewegungsabl\u00e4ufe nicht h\u00f6lzern wirken zu lassen. Und immer l\u00e4cheln, auch wenns weh tut\u2026.<\/p>\n<p>Heute wird es ernst. 270 km liegen vor uns. Warum tu ich mir das an, mag sich so mancher fragen. Der Zeitpunkt f\u00fcr solche Fragen w\u00e4re der Richtige. Thomas hat nat\u00fcrlich keine Schmerzen. Andreas geht etwas eigenartig und setzt sich auch recht vorsichtig hin. Aber auch er ist ein Held. Und mich fragt man zum Gl\u00fcck nicht. Alles tut weh. Ich kann die Hand nicht zu einer Faust ballen. Und die Muskeln der Oberschenkeln drohen aus der Haut zu fahren. Und das vor der heutigen Etappe, von der auch John von anspruchsvoll spricht. Na super. Aber was solls. Wir wollten das ja so.<br \/>\nZu Beginn geht es Richtung S\u00fcden. Heutige Zieladresse liegt mitten in der W\u00fcste (Jaima), wo wir in einem Zelt schlafen k\u00f6nnen. Die ersten 100 km bieten das gewohnte Bild. \u00dcberqueren von Gebirgsp\u00e4ssen (Jbel Sagrho Mountains) auf steinigem Untergrund mit hohem Konzentrationsfaktor. Und das gegen ein st\u00e4ndig bockendes Motorrad und Muskeln, die dir nur widerwillig gehorchen. Tuns sie es doch, schmerzt es. Aber es ist sch\u00f6n. Trotzdem. Aber es sollte noch anders kommen.<br \/>\nNach dem \u00dcberqueren des Gebirges liegt eine total flache Ebene vor uns, wo wir wieder richtig Gas geben und du von den anderen Fahrer nur die\u00a0 aufgewirbelten Staubfahne erkennst. Und dann ist er da. Der Lac Maider, ein ausgetrockneter See mit spiegelglatter harter Oberfl\u00e4che. Wir 3 fahren nebeneinander und hinterlassen unsere eigenen Spuren. (Die Abweichung vom geplanten Track ist dabei kein Thema und ist leicht zu korrigieren) Und dann wird es ernst. Offensichtlich hat John die Routenf\u00fchrung so ausgelegt, dass das Highlight erst dann kommt, wenn du eh schon am Zahnfleisch daher kommst.\u00a0 Mit \u201eFesh-fesh\u201c wird tiefer grundloser Sand bezeichnet. Gel\u00e4ndew\u00e4gen helfen sich da mit Sandblechen wenn sie\u00a0 h\u00e4ngenbleiben. Du kannst deine Freundschaft testen. 40-50 cm tiefer Sand, wo du nur alle m\u00f6glichen Balanceakte vollf\u00fchrst um nur ja in Fahrt zu bleiben. Da ist keine Zeit f\u00fcr Mitleid an Material oder Muskeln. Du gibst Gas, dass der Motor br\u00fcllt, der Hinterreifen eine Font\u00e4ne Sand dem dahinterfahrenden um die Ohren schleudert und\u00a0 du die Meter z\u00e4hlst, bis diese Situation ein Ende hat. An einer Art B\u00f6schung ist es dann soweit. Ich bleib im Sand\u00a0 stecken und das Motorrad stirbt ab. An sich kein Drama, da mittels E-Starter die Situation zu beheben ist. Wenn du eine funktionierende Batterie hast. Und die war bereits am Morgen tot. \u201eTauschen wir am Abend\u201c, sagt Saddam. Schon mal probiert, wenn das Motorrad im Stand aufrecht steht auch wenn du absteigst und dort den Leerlauf gesucht? Spannend. Springt n\u00e4mlich nicht anders an. Auch wenn du wie ein Irrer mit gezogener Kupplung auf den Kickstarter springst und dabei\u00a0 miterlebst, wie deine K\u00f6rpertemperatur \u00e4hnlich einem Druckkochtopf auf maximaler Flamme steigt. Thomas zeigt Mitleid. Er kommt zu mir und versucht es ebenfalls. Nichts. Dann kommt John. F\u00e4hrt ja auf unserem Track. Saddam springt aus dem Auto, und kl\u00e4rt die Situation. L\u00e4uft wieder. Das war die \u00e4rgste Stelle auf der ganzen Tour. Wir hatten keine \u00e4hnliche Situation mehr. (An dieser Stelle flie\u00dfen im Sommer 4\u00a0 Fl\u00fcsse nebeneinander, welche zu unserem Zeitpunkt ausgetrocknet waren. Und da gibt es halt jede Menge Sand anstelle von flie\u00dfendem Wasser) Nach einigen Kilometern erreichen wir unser Nachtlager mitten in der W\u00fcste\u00a0 Entweder Zelt oder Doppelzimmer mit Dusche. Nachdem wir keinen Schlafsack mithaben entscheiden wir uns f\u00fcr eine warme Dusche und Zimmer. Der Sternenhimmel und die hell leuchtende Milchstrasse entsch\u00e4digten dann f\u00fcr die Anstrengungen des Tages. So eine Stelle kommt auch nicht mehr, versichert Saddam und tauscht meine Batterie. Guter Mann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild126.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild126.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild227.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild227.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild323.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild323.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach dem Fr\u00fchst\u00fcck verlassen wir die uns bewirtenden Beduinen und d\u00fcsen \u00fcber die endlose Weite entlang von ausgetrockneten Flussbetten und schnellen Passagen mit festem Untergrund. Da wird ordentlich Tempo gemacht. Ein herrliches Feeling. Ab und zu steht einsam ein Akazienbaum in der Gegend. Einer und weit und breit kein zweiter. Wie kann der hier gedeihen? Wir sind froh, dass es ihn gibt, denn er spendet Schatten, w\u00e4hrend wir pausieren. Und wieder siehst du zuerst die Staubwolke, bevor sich langsam die Konturen eines Motorrades mit Fahrer abzeichnen. \u00c4hnlich einer Fatamorgana, die sich dann als echte Kamelkarawane entpuppt. Und dann sehen wir sie. Die D\u00fcnen von Merzouga. Alle \u00fcber 100m hoch wobei die h\u00f6chste angeblich 150m hat. Na dann rauf, oder.? Saddam reduziert die Luft aus den Reifen und w\u00e4hrenddessen gibt es eine Kurzschulung durch John. (John war Teilnehmer der Paris Dakar. Der weis wovon er spricht) Und das zeigt sich bereits beim Start ins Abenteuer D\u00fcnen. Sitzt entspannt mit seinen Flip-Flops am\u00a0 Motorrad und hat auch noch einen Beifahrer dabei. Also los. Super. Gleich nach dem Hotel beginnen die D\u00fcnen. Geht so halbwegs. Aber Sandfahren muss man mit einer gewissen Geschwindigkeit. Und wenn du die nicht erreichst, wird es anstrengend. Also Gas geben. Zuerst fahren wir entspannt im Gel\u00e4nde herum und gew\u00f6hnen uns an den Untergrund sowie das ganze Handling in dem Gel\u00e4nde. Und dann der erste H\u00f6hepunkt. Rauf auf eine Rampe aus Sand. D\u00fcnenfahren hat auch so seine Gesetze. Eines davon lautet. Schau drauf, dass du nicht in der Spur deines Vordermann f\u00e4hrst. Na das probier mal, wenn du als letzter die Rampe hoch f\u00e4hrst. Du entfernst dich immer mehr der Spur, die John genommen hat. Mit fatalem Ergebnis. Sand wird immer weicher und irgendwann merkst du, dass du es nicht mehr schaffen wirst. Und wenn es nur 2 Meter unter dem Ziel ist. Nichts geht mehr. Und dann beginnt es wieder, der verzichtbare Kraftakt. Du liegst neben deinem Motorrad im Sand. Nat\u00fcrlich in Richtung Gipfel und nicht Richtung Tal, wie du es jetzt br\u00e4uchtest. Und du solltest rasch handeln, da sonst der Benzin wer wei\u00df wohin rinnt. Also bewegst du dich wie im Tiefschnee zu deinem Ger\u00e4t und versuchst die 110kg zu wuchten. Irgendwie zerrst und schiebst du, nur um das Ger\u00e4t Richtung Tal zu bekommen. Und dann noch aufstellen. Da es nur so knapp vor dem Ziel war, kannst du dir sicher sein, Zuschauer zu haben. John hat\u00a0 Mitleid und hilft uns. Er geht von einem zum anderen und beendet das Schauspiel. Mit mehr Speed und einer ge\u00e4nderten Routenwahl sind dann alle auf der D\u00fcne. Sch\u00f6n, es geschafft zu haben. Das Runterfahren ist relativ einfach. Gang rein, Gas geben, Hintern nach hinten und nicht bremsen. Nach ein paar Runden zwischen den D\u00fcnen steht die K\u00f6nigsd\u00fcne m\u00e4chtig vor uns. Wir fahren auf dem flacheren Teil hinauf, und \u00fcber die steilere Seite hinunter. Das ist der Plan. John meint, wenn wir es so machen wie er, schaffen wir es schon. Na dann. Er startet mit seinem Beifahrer, schaltet bis in die Vierte und bleibt am Gas. Immer kleiner werdend, h\u00f6rst du wie er versucht die Geschwindigkeit zu halten und dabei immer weiter zur\u00fcckschaltet. Er beh\u00e4lt immer gen\u00fcgend Speed, sodass er nie in Gefahr ger\u00e4t, sich einzugraben. Als kleiner Punkt steht er ganz oben. Beeindruckt von der Lehrstunde im D\u00fcnenfahren r\u00fchrt sich von uns keiner.\u00a0 Ist ein Teufelskerl dieser John. In 3er Gruppen wird gestartet. Jeder von uns nimmt soviel Mut wie m\u00f6glich zusammen, schaltet in den vierten gang und dreht das Gas ganz auf. Der Bock h\u00fcpft und springt \u00fcber die \u201eSpurrillen\u201c im Sand und du konzentrierst dich voll darauf, dass du Drehzahl erh\u00e4ltst um nicht zu verhungern. \u00dcberraschenderweise wird der sandige Untergrund nach oben hin immer fester, sodass du dich auf den Abschluss konzentrieren kannst: Das punktgenaue Stehenbleiben an der Kante der D\u00fcne. Gehst du zu fr\u00fch vom Gas schiebst du, gehst du zu sp\u00e4t vom Gas, hauts dich dr\u00fcber. Wenn du oben stehst durchstr\u00f6mt dich schon ein Gl\u00fccksgef\u00fchl, welches unbeschreiblich ist. Und das ist auch der Ausblick. Ein Meer aus D\u00fcnen. Und am Ende der D\u00fcnen unser Hotel.\u00a0 Nach der doch steilen Abfahrt, nur die ersten Meter fordern etwas Mut, geht es nicht direkt aber doch z\u00fcgig Richtung Pause im Hotel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild127.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild127.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild228.jpg\" rel=\"lightbox[289]\"><img src=\"http:\/\/www.timeout.or.at\/wp-content\/bild228.thumbnail.jpg\" height=\"90\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach einer Pause zur Regeneration am Pool, w\u00e4hrenddessen Saddam den Reifendruck wieder auf ein stra\u00dfentaugliches Niveau gebracht hat, fahren wir am Nachmittag weiter in unser Hotel. Am Parkplatz\u00a0 ein Team aus Italien, die f\u00fcr die Dakar trainieren.\u00a0 Die wissen schon warum sie sich diese Gegend aussuchen. Ist sicher ideal.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen starten wir wieder um 09:00 Uhr. Durch endlose\u00a0 Weiten geht es in flottem Tempo wieder Richtung Quarzazate. Es rumpelt und schl\u00e4gt die ganze Zeit aufgrund der schlechten Pisten. Ist nicht schwierig, aber anstrengend. Nur kein Fehler. Das kann rasch ins Auge gehen. Wir fahren jetzt zu Viert. Ein Norweger hat sich uns angeschlossen, da er mit seinem geschwollenen Daumen nicht mehr das Tempo seiner Freunde gehen kann. Sind halt doch gem\u00fctliche Typen, diese \u00d6sterreicher. Die Herausforderung an diesem Tag sind ausgetrocknete Bachbetten. Du f\u00e4hrst in hohem Tempo in der Ebene, und pl\u00f6tzlich ist auf 5-7 m die Stra\u00dfe unter dir weg. Unter dir bedeutet dabei 1,5 bis 2 m. Weil es eben den Bach gibt. Du siehst ihn aber bei diesem Tempo nicht. Du bist f\u00fcr diese Situation einfach zu schnell. Bremsen hilft nicht, das geht sich nicht mehr aus. Also Vollgas, Gewicht nach hinten und dr\u00fcber. Du wirst leicht, das Vorderrad ber\u00fchrt als erstes den Gegenhang und taucht komplett ein. Irgendwie gelingt es aber einen Sturz zu vermeiden. Weiter geht\u2019s. Wieder kannst du an den Staubwolken der schnellen Truppe erkennen, wohin die Reise geht. Mit einem Grinsen auf den Lippen fahren wir der untergehenden Sonne entgegen. Die Belohnung an diesem Tag ist die \u00dcbernachtung in dem sch\u00f6nen Hotel, in welchem wir bereits waren. (Diesmal wird aber das Angebot der Massage von einigen \u201eHartgesottenen\u201c in Anspruch genommen\u2026) Auch wenn es anfangs ohne Schmerzen nicht geht. Aber es ist schade, dass wir morgen bereits unseren letzten Tag haben. Jetzt wo die Schmerzen nachlassen und wir uns, das Motorrad und ich, als Einheit f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Am Morgen des letzten Tages das gewohnte Prozedere. Saddam k\u00fcmmert sich um die Motorr\u00e4der, John steht am Wagen und verstaut das Gep\u00e4ck und wir f\u00fcllen die Wasserbeutel. \u201eIf you are ready, follow your track\u201c sind die schon vertrauten\u00a0 Worte von John. Auch wir starten und fahren wieder mit \u201eunserem\u201c Norweger los. Vielleicht diesmal etwas bewusster als die letzten Tage. Die Gegend hier ist wirklich ein Hit. Nicht nur, dass du niemanden st\u00f6rst, weil da einfach niemand ist. Vorbei an fast schwarzen H\u00fcgeln auf gut fahrbaren Pisten, gleitest du durch die Gegend. Pl\u00f6tzlich bin ich Letzter. Egal. Beindruckt von der Gegend fahre ich einfach in meinem Tempo weiter.<br \/>\nUnd dabei hilft das Konzept von John, dich mit GPS loszuschicken. Du kannst dein Tempo fahren, hast Zeit f\u00fcr dich und die Umgebung und bist aber trotzdem immer auf der sicheren Seite. Echt gut.<\/p>\n<p>Dann geht es pl\u00f6tzlich recht schnell. Nur noch 10 km bis nach Quarzazate, steht auf dem Schild zu lesen, welches auf der jetzt wieder asphaltierten Stra\u00dfe steht. Kurz darauf stehen wir vor der Johns Garage, wo die Motorr\u00e4der von Saddam auf Sch\u00e4den kontrolliert werden. Neben den \u00fcblichen Nutzungsspuren, gibt es keine gr\u00f6beren Sch\u00e4den. Wirklich unglaublich, was diese Motorr\u00e4der aushalten.<\/p>\n<p>Bei einem letzten gemeinsamen Abendessen, bei einer guten Flasche Rotwein, verabschieden wir uns von allen, da die R\u00fcckreise der Teilnehmer sehr individuell ist und die ersten bereits um 04:00 Uhr aufbrechen. Wir belohnen uns, indem wir um 08:00 Uhr in einen gemieteten Gel\u00e4ndewagen steigen und uns zur\u00fcck nach Marrakesch chauffieren lassen. Haben wir uns verdient, denke ich.<br \/>\nUnd sch\u00f6n war es, dieses Marokko. Kann ich nur jedem Enduristi empfehlen. Und bei John bist du wirklich gut aufgehoben. (\u201eAnd if you are ready, follow\u2026\u2026..)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marokko! Bei dem Namen entstehen sogleich Bilder von Sand, Meer, exotische Ger\u00fcche, fremder Kulturen im Kopf. Und dann steigst du aus dem Flugzeug und du merkst davon rein gar nichts. Was du siehst ist eine endlose Schlange, die vor dem Zoll auf die Abfertigung wartet. Irgendwie \u00f6de, aber so ist es halt. 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